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Was ist der Unterschied zwischen Cachaça und Rum?


Beides sind aus Zuckerrohr hergestellte Destillate, doch worin liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Spirituosen?
Historisch gesehen stammt der Rum wie wir ihn kennen vom Cachaça ab!
Generell gilt als allgemeine Erklärung, dass Cachaça aus frischem, noch grünem Zuckerrohr hergestellt wird und Rum dagegen wird meist "nur" aus einem Zuckerrohrsirup, der sogenannten "Melasse", hergestellt. Natürlich gibt es viele Ausnahmen, einige Rum-Sorten werden auch aus frischem Zuckerrohrsaft erzeugt oder zumindest werden Anteile zugemischt. Somit ist hier der Unterschied nicht leicht zu definieren und man muss auch auf andere Punkte schauen, welche diese beiden Erzeugnisse voneinander trennen.



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Ein wesentlicher Unterschied liegt bei dem Vorgang der Destillation. Nutzt man beim Rum ebenfalls Zuckerrohrsaft anstatt Hefe, beendet man die Destillation wesentlich früher, also bei einer geringeren Temperatur. Daraus folgt, dass Cachaça in der Regel wesentlich mehr geschmacksbildende Essenzen aus der Maische erhält. 

Auch in Sachen Lagerung kann man einen Unterschied finden. Die meisten Rum-Sorten werden in Eichenfässern gelagert, viele auch in anderen bekannten Hölzern. Cachaça jedoch reift traditionell in brasilianischem Holz. In diesen Fässern wurde zuvor auch nichts anderes gelagert als Cachaça, Rum hingegen darf oft die Leere, welche ein guter Wein hinterließ, füllen.


Siehe auch:


Pitú

Pitú, der wohl bekannteste, industriell hergestellte Cachaça deutschlands, ist ein Zuckerrohrdestillat, welchesaus dem Bundesstaat Pernambuco im Nordosten Brasiliens stammt und wird von der "Engarrarfamento Pitu" aus Vitoria de Santo Antao vertrieben. Fälschlicherweise wird Pitú oft in die Kategorie "Rum" geschoben, doch zwischen Cachaça und Rum muss man unterscheiden!
Nach dem Export in Holzfässern, wird der Pitú erst bei uns in die typische Flasche gefüllt. Der abgebildete heimische Krebs wird von den Bewohnern des Herstellungsortes einfach "Pitú" genannt und ist das Markenzeichen dieses Cachaças.

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Trinkt man diesen Cachaça pur, wird man überrascht von einem herben, für diese Getränkeart ungewöhnlichen Aroma. Der überdurchschnittlich hohe Alkoholgehalt von 40% Vol. verbunden mit dem bitteren, holzigen Geschmack, lässt Kenner Pitú selten pur trinken. Die Stärke dieser Spirituose liegt in ihrer Verwendbarkeit. Er ist nicht nur in Deutschland die Nummer 1 für den allgemeinen Caipirinha-Trinker, sondern gibt auch vielen anderen interessanten, wenn auch nicht so bekannten, Cocktails seine spezielle Note.

Verwendungsmöglichkeiten:




Caipirinha


Jeder kennt sie, die Caipirinha, das wohl berühmteste Mixgetränk Brasiliens. Der portugiesische Name bedeutet frei übersetzt "Mädel vom Land", es ist also nicht ganz richtig, wenn man einen Caipirinha in einer Bar bestellt, doch dies hat sich in Deutschland wohl wegen des gefühlt angenehmeren Klanges durchgesetzt. Entstanden soll sie Ende des 19. Jahrhunderts im Hinterland Brasiliens, wo die traditionellen Zutaten, Zuckkerrohrschnaps, Limetten und Rohrzucker leicht verfügbar waren. In Brasilien ist dies das Getränk für jeden Anlass, in Deutschland ein namenhafter Cocktail, welcher auf keiner Barkarte fehlt und fehlen darf.



Zutaten:

- 4 - 6 cl  Cachaça (zB. Pitu oder Cachaça 51)


- 1 - 2 Tl  Rohrzucker


- 1             Limette


- Eiswürfel oder Crushed Ice




Zubereitung:


Zuerst empfehle ich, die Limette unter klarem heißem Wasser gründlich zu reinigen, um mögliche Pestizide und Terpene von der Schale zu entfernen. Bevor man die gewaschene Limette achtelt, sollte man sie mit der Handfläche auf einer Oberfläche druckvoll hin und her rollen, damit sich die enthaltenen Aromen vollkommen entfalten können. Die Enden der Limette werden aufgrund der Bitterstoffe abgeschnitten. Nun werden die Limettenstücke mit 1-2 Tl Rohrzucker im Glas zerstoßen und es wird eine ordentliche Portion Eis hinzugegeben. Zu guter Letzt gießt man 4-6 cl Cachaça in das Glas und verrührt anschließend alles mit einem Löffel, damit sich der Rohrzucker gut mit den restlichen Zutaten vermischen kann.
Eine Garnitur bei einer Caipirinha ist untypisch, jedoch kann man natürlich mit einer Limettenscheibe dekorieren.


                                             



Das original brasilianische Rezept weist einige Unterschiede zur in Deutschland typisch hergestellte Caipirinha. Zum einen wird im Original weißer statt brauner Rohrzucker genutzt, auch die Zugabe von Eiswürfeln anstatt Crushed Ice ist in Brasilien eher gängig. Zudem wird der Cocktail in  Südamerika ohne Trinkhalm genossen, bei uns sind zwei dicke Halme fast schon Pflicht.
Doch egal wie man seinen Caipirinha trinkt, es kommt auf den eigenen Geschmack an und diese Flexibilität, scheint wohl auch eines der Erfolgsrezepte des Drinks zu sein.